Abteilung ProSE: "Bienvenue a Perigueux"

Vom 15. bis 19. Feburar 2017 fand das siebte und damit vorletzte Projekttreffen unseres aktuellen ERASMUS+ Projektes statt. Im Fokus des multilateralen Arbeitstreffens zu „INCorporated – Inclusion Needs Competence“ stand die Bedeutung der politischen Entscheidungsträger auf den Lehr- und Lernprozess im Schulalltag im Zuge der Realisierung inklusiver Bildungschancen.
Abteilung ProSE: "Bienvenue a Perigueux"

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Bericht von Helga Halfmann

Die deutsche Delegation bestehend aus Herrn Graack, dem Koordinator des Projekts, Frau Poley und Frau Halfmann reiste am 15. Februar mit dem Flugzeug über Paris nach Bordeaux. Von dort aus erreichten wir am Nachmittag Périgueux im Herzen von Périgord, einer historischen Provinz, die für ihr reiches historisches Erbe, ihre Küche und das milde Klima bekannt ist. Am ersten Abend trafen sich die Teilnehmer aus Bulgarien, Chios (Griechenland), Deutschland, Finnland, Italien, Polen und Türkei zum Welcome Diner in einem Restaurant in der Nähe des Hotels. Die Freude über das Wiedersehen war gross, erste Diskussionsrunden über die zurückliegende und bevorstehende Arbeit begannen.

 

Der erste Arbeitstag, am 16.Februar, begann mit einer herzlichen Begrüßung durch die Schulleitung der gastgebenden Schule. Der erste Tagungsordnungspunkt wurde eröffnet mit einer Präsentation aus Italien über ein Interview zwischen Vertretern der Politik, Schülern und Lehrern. Das Interview hat im Februar 2017 im Rathaus von Crotone stattgefunden. Gegenstand des Interviews war die Sichtweise der Politiker, Inklusion im Unterricht umzusetzen. Dabei stellte sich heraus, dass von Seiten der Entscheidungsträger, eine ernste Notwendigkeit gesehen wird, Inklusion im Lehrplan zu implementieren. Die französischen Partner stellten ein Projekt vor, das von Seiten der Politik an mehreren Schulen in Frankreich gefördert wird. Es handelt sich um ein Teambildungsprojekt zu Beginn eines dreijährigen Bildungsganges (Ziel Abitur). Dabei erhalten die Lehrer professionelle Unterstützung von Seiten der Politik, um Teambildungsprozesse mit Schülern mit Behinderung voranzutreiben. Aussergewöhnliche Lernorte, die Inklusion im Unterricht fördern sollen, wurden vorgestellt: Interessant war ein Waldprojekt, das mit speziellen Methoden und Inhalten einen positiven Einfluss auf die Integration von Schülern mit Lernbehinderung hat. Nach einem anschließenden Rundgang durch die Schule erhielten wir die Möglichkeit, uns in Kleingruppen mit Schüler/innen und Schülern über ihre Erfahrungen zum Thema Inklusion auszutauschen. Hierbei konnte man feststellen, dass die meisten Schüler/innen und Schüler dem Thema Inklusion sehr offen gegenüberstehen.

Nach dem Mittagessen in der schuleigenen Kantine begann ein Zusammenfassung der Probleme und Lösungen, die bisher zum Thema Inklusion im Hinblick auf Lehrer, Schüler, ausserschulische Einrichtungen und Institutionen sowie politische Entscheidungsträger von Seiten der teilnehmenden Partnerschulen zusammengetragen wurde (Dimensionen 1 bis 4). Dazu hatte der Kunst-Literatur-Kurs der jetzigen Jahrgangsstufe 13 des Wirtschaftsgymnasiums, unter der Leitung von Herrn Blensekemper, eine Radiosendung zum Thema „Inklusion“ erstellt, die von Radio Kreis Wesel (Radio KW) im Zuge des bekannten „Bürgerfunks – Bürger machen Radio“ am 25. November 2016 gesendet wurde, um das Thema, das Schulen derzeit intensivst beschäftigt, weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Die bilingualen Klassen HH56 und HH66 erarbeiteten ein Transkript der Sendung, die den Teilnehmern am Projekt beim Treffen als informative Arbeitsgrundlage zur Verfügung gestellt wurde. Deutlich wurde in der Beschäftigung mit den Aussagen von Sozialpädagogen, Lehrern, Verantwortlichen der Stadt und Leitern von inklusiven Einrichtungen, dass die Perspektiven hinsichtlich der konkreten Umsetzung einer inklusiven Lernkultur an Schulle sehr stark differieren (s. Foto Bericht).

Im Anschluss daran erhielten wir eine Führung durch die Schule. Die Besonderheit ist der agrar- wissenschaftliche Schwerpunkt der Schule. In diesem Zusammenhang verfügt die Schule über eine eigene Entenzucht, die eine schuleigene Produktion von der in der Region Perigord bekannten Entenleber (foie gras) ermöglicht. Die schuleigenen Produkte durften wir in einem schuleigenen Geschäft kosten und begutachten.

 

Schwerpunkt des 2. Arbeitstages war eine abschließende Reflektion. Ausgangspunkt für die Diskussion waren Interviews von der polnischen Schule zwischen Schülern und Schulleitung bzw. Schülern und Schulpsychologen im Hinblick auf Probleme, Implementation und Maßnahmen. Dabei stellte sich heraus, dass das Lernen in einer gemeinsamen Klasse, die Kooperation zwischen Lehrern und Eltern und gemeinsame Veranstaltungen zwischen allen Schülern ein wesentlicher Schritt zur Umsetzung von Inklusion sind. „Nicht das System ändern, sondern die Entstellung der Beteiligten (Schüler, Eltern, Lehrer) „…..war ein wesentlicher Tenor der Diskussionsrunde. Zum Mittagessen fuhren wir in das Restaurant „Le Jardin Pecheur“, ein Beispiel für gelebte Integration auf dem Arbeitsmarkt. Das Restaurant in der Nähe von Périgueux wurde vor 9 Jahren gegründet. Hier erhalten Menschen mit leichten sozialen und psychologischen Behinderungen, die Möglichkeit einer Arbeit nachzugehen. Sie arbeiten und leben in einer Gemeinschaft mit anderen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. In Kooperation mit ansässigen Unternehmen konnte dieses Projekt, einen Beitrag zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit der Menschen mit Behinderung leisten. Ein Ort zum Entspannen in angenehmer Atmosphäre am Fluss, ein exzellentes Restaurant mit frisch zubereiteten Produktion, eine Adresse für Musikveranstaltungen am Wochenende…ein beeindruckendes Projekt zur Stärkung der sozialen Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung. Am Nachmittag erarbeiteten wir in einer Feedback-Runde, wie die gesammelten und erarbeiteten Aspekte innerhalb des Projektes in einem abschließenden Produkt zusammengefasst werden können, um damit einen Beitrag zur Implementation in der jeweiligen Schule zu leisten. Dabei sollte die Fokussierung auf diejenigen Aspekte gelegt werden, die in der jeweiligen Schule eine praktische Hilfe sein können im Umgang mit Schülern mit Behinderung. Ideen und Anregungen für ein sogenanntes INCworkbook mit vielen praktischen Beispielen wurden diskutiert, um sie dann bis zum nächsten 8. Projekttreffen in Moers (Deutschland) umzusetzen.

Danach trafen sich alle Koordinatoren der einzelnen Länder, um Terminabsprachen zu treffen und ein mögliches Folgeprojekt zu diskutieren. Am Samstag, den 18. Februar, starteten wir eine Exkursion ins nahegelegene Perigord. Eine Fahrt durch das sehr malerische Dordogne Tal mit einem Besuch in den bekannten mittelalterlichen Städten Sarlat und Beynac erwartete uns. Höhepunkt war der Besuch der Höhle von Lascaux. Diese prähistorische Höhle war nach der Entdeckung 1940 bis zu ihrer Schließung 1963 für die Öffenlichtkeit über viele Jahre hinweg geöffnet. Durch den Besucherstrom und das Ausatmen von Kohlenstoffdioxid wurden die prähistorischen Malereien so sehr beschädigt, dass die Höhle geschlossen werden musste. Am Fuße des Hügels von Lascaux wurde 2016 ein Nachbau der Höhle eröffnet: „Es präsentiert der Öffentlichkeit, dank seiner Technologien und einer virtuellen Realität, den vollständigen Nachbau der Höhle, aber auch die Entdeckung der weltweiten Höhlenkunst sowie der Zivilisation des Cro-Magnon-Menschen. Im Angebot der Mediation werden neue Bild-Technologien und Virtuelles sein.“ (www.lascaux-dordogne.com/de/es-war-einmal-montignac)

 

Wir waren sehr beeindruckt von diesem internationalen Zentrum der Höhlenkunst! Am Abend nach der Rückkehr nahmen wir unser Abschlussessen in der Altstadt von Périgueux ein und blickten auf ein gelungenes Projekt zurück.

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