70 Jahre Grundgesetz – eine Erfolgsstory?

Dies war die Leitfrage, unter der der Besuch von Landrat Dr. Ansgar Müller am Mercator Berufskolleg am 8. Juli 2019 stattfand. Nach einer kurzen Begrüßung durch unsere stellvertretende Schulleiterin Frau Domeier stellte Herr Blensekemper unseren Gast und „Politiker von Nebenan“ vor – Herr Dr. Müller kommt aus Kempen und lebt heute in Wesel-Flüren –, bevor dieser dann selbst zu Wort kam. Zunächst beschrieb er seinen Werdegang und umriss sein umfangreiches Aufgabengebiet als Landrat. Dass er seinen Job weniger als Beruf, sondern vielmehr als Berufung wahrnimmt, wurde an vielerlei Stellen deutlich, doch schon eingangs stellte er klar: Er wolle Probleme lösen, bevor sie vollends „vermurkst“ seien. Und zwar vor Ort und nicht abstrakt auf Landes- oder gar Bundesebene.

Ebenfalls gleich zu Beginn macht er deutlich, dass das Grundgesetz jeden von uns etwas angehe, denn es garantiere die persönlichen Freiheiten, von denen wir tagtäglich Gebrauch machten und deren Absenz zu einem Leben in Gefangenschaft führten. Deshalb sei der 23. Mai ein Datum, an dem zurecht ein Geburtstag gefeiert werde, nämlich – in diesem Jahr der 70. – des Grundgesetzes, unserer Verfassung.

Im Vorfeld hatten die HH86, die BA81 und die GY71 Fragen zu verschiedenen Themenbereichen vorbereitet, um mit Dr. Müller, einem ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet, eine Diskussion über das Grundgesetz, seine Inhalte und sein Verbesserungspotential zu führen.

Konsens war: Ja, das Grundgesetz ist eine Erfolgsstory und ist – Zitat von Dr. Müller – „nach wie vor richtig gut“! Dennoch: Es gibt durchaus Potential nach oben. Zum einen, was die reale Umsetzung der dort festgeschriebenen Grundsätze angeht, beispielsweise in Bezug auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Religionsfreiheit. Zum anderen aber auch was die Modernisierung ihrer Inhalte betrifft, zum Beispiel die Frage, ob Klima- und Tierschutz ergänzend aufgenommen werden sollten, oder ob das Versammlungsrecht auch auf in Deutschland lebende Ausländer ausgedehnt werden sollte.

Gefragt nach seinen Vorbildern nannte Dr. Müller neben Helmut Schmidt auch Willy Brand, der für Aufbruch steht und es verstanden habe, besonders junge Menschen mitzureißen. Wir finden, es wäre schön, wenn das auch heute wieder gelänge. Die Gelegenheit ist günstig, denn es sind wieder junge Menschen auf der Straße, diesmal, um für mehr Klimaschutz und damit für eine bessere Zukunft zu demonstrieren. Sie sollten nach Meinung von Dr. Müller gehört werden und es sollte keine Ausweichdebatte zum Thema Schulpflicht geführt werden, auch wenn ein regelmäßiger Schulbesuch für eine gute Zukunft natürlich genauso wichtig ist wie der Klimaschutz.

Solche Veranstaltungen wie heute verdeutlichen, dass Politik und damit unser Land die junge Generation braucht, um Dinge in ihrem Sinne zu verändern, und dass die jungen Menschen auch dazu bereit sind, sich mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen, um am öffentlichen Diskurs teilzunehmen. Für eine gute Zukunft für uns alle!

Anne-Kristin Markmann

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