Liverpool 2018 oder „Der heimliche fünfte Beatle“

Es war mal wieder soweit. Am Donnerstag, den 26.04.2018 ging es für die BA61 in die Heimat der Beatles: nach Liverpool. Herr Buschke konnte seine Freude kaum verstecken, denn obwohl er die Stadt von früheren Besuchen sehr gut kannte, war er froh, dass sich seine Klasse wieder einmal für Liverpool entschieden hatte. Denn wie die Schüler auf der Kursfahrt feststellen mussten, ist Herr Buschke das noch nicht entdeckte fünfte Bandmitglied.

Nachdem wir noch vier Stunden Unterricht überstanden hatten, waren alle froh mit ihren Koffern im Bus Richtung Flughafen zu sitzen. Geflogen wurde von Düsseldorf aus und die Fahrt mit dem Bus dorthin verlief zügig. Am Flughafen angekommen gerieten einige ins Schwitzen, ob sie unter den vorgegeben 23 kg Gepäck bleiben würden – aber alles ist nochmal gut gegangen. Für den einen oder anderen gestaltete sich die Aus– bzw. Einreise ein wenig schwierig, aber dank bester Vorbereitung und einer ultimativen Reisendenliste ging alles gut und wir konnten uns gemeinsam mit Herrn Buschkes Lieblingsbusfahrer Alex in Richtung Liverpool bewegen. Die Busfahrt von Manchester nach Liverpool zog vorbei an den Strawberry Fields und an dem Haus, in welchem John Lennon seine Kindheit und Jugend verbracht hatte. Für diese Sehenswürdigkeiten fuhr der Busfahrer auch gerne einen kleinen Umweg und zum Erstaunen der Schüler untermalte Herr Buschke seine Erläuterungen mit einem Song seiner Band.

Endlich angekommen an unserem Hotel konnten wir es kaum erwarten, endlich unsere Unterkunft zu beziehen. Die Zimmereinteilung stand schon fest, sodass die Gruppen von vier bzw. fünf Schülern sich schnell auf die Suche nach Ihrem zugeordneten Apartment machen konnten. Allen ist eine Last von den Schultern gefallen, denn die Apartments waren bestens ausgestattet, sauber und befanden sich in einer zentralen Lage. Zur Freude aller befand sich der Supermarkt sogar direkt um die Ecke und auch die Partymeile war nicht zu verfehlen.

Schon kurz nach der Ankunft startete der erste Programmpunkt. Wir besuchten gemeinsam die Anglican Cathedral, von der man einen fantastischen Blick über ganz Liverpool hatte. Danach hatten wir endlich Freizeit, die jeder anders verbrachte. Während die einen den Abend gemütlich im Zimmer ausklingen ließen, waren andere auf dem Weg Englands Partyleben kennenzulernen.

Am nächsten Morgen sah man bei einigen die Partynacht noch ins Gesicht geschrieben. Da war die Bustour im strömenden Regen nicht das Schönste, was man sich hätte vorstellen können. Natürlich kamen wir nicht um die Straße herum, die bekannt für die Beatles ist, nämlich die Mathew Street. Das Funkeln in den Augen von Herrn Buschke war kaum zu übersehen, ebenso wie die Begeisterung in seiner Stimme nicht zu überhören war – das Wetter machte ihm gar nichts aus. Fröhlich und mit Stolz präsentierte er uns sein Wissen über die Band, was als heimliches fünftes Mitglied nicht gerade wenig war. Wir waren einfach nur froh, als wir in dem bekannten Cavern Club ein trockenes Plätzchen gefunden hatten, wo man zusätzlich noch etwas trinken und sich zeitgleich aufwärmen konnte.

Als wir noch nach dem Besuch der Liverpool Metropolitan Cathedral endlich im Bus Richtung Albert Docks und damit Richtung Hotel saßen, waren die meisten glücklich, denn alle waren hungrig und plitschnass, da brachten auch die Regenschirme und Jacken nichts mehr. Somit nahmen einige endlich ihre erste Mahlzeit des Tages zu sich, während andere froh waren, einen Mittagsschlaf zu machen, um für den Abend wieder fit zu sein. 

Am Samstag gab es endlich mal gutes Wetter und zur Freude einiger Teilnehmer musste die Führung durch das Museum of Liverpool leider ausfallen. So konnten sich einige Schüler gemeinsam mit Herrn Buschke und Herrn Rademaker sofort auf den Weg zum Stadion des FC Liverpool machen, während die Mädchen froh waren ihrem liebsten Hobby, dem Shoppen, nachgehen zu können - Liverpool One war dafür die beste Möglichkeit, denn dort blieb kein Wunsch unerfüllt. Tatsächlich haben es zwei von den Jungs dank des mitgebrachten FC Liverpool-Schals ins Stadion geschafft. Auch wenn das Spiel gegen Stoke City nur unentschieden ausging, war es für die Jungs ein echtes Erlebnis.

Abends traf sich dann die ganze BA61 im Club zum Feiern in ihrer jetzigen Stammdisko, dem Soho, und man ließ die Nacht gemütlich mit ein, zwei Bierchen oder Cocktails ausklingen. Man hatte uns nicht zu viel versprochen, die Engländer haben eine ganz eigene Art sich zu kleiden und vor allem zu feiern. Und so haben uns die Abende sehr viel Spaß gemacht, wobei einige aus dem Staunen gar nicht mehr herauskamen – ihr solltet es unbedingt einmal selbst erleben!

Sonntag war dann auch schon der vorletzte Tag angebrochen und es ging auf die berühmte Mersey- Fähre. Bevor es auf das Schiff ging, wollten sich noch einige Schüler ein Fahrrad ausleihen, um das trockene Wetter gemeinsam mit Herrn Buschke, Herrn Rademaker und Frau Lucas (Ausbildungsleiterin der Sparkasse) zu nutzen und Liverpools Küste näher zu erkunden. Leider gab es kleinere Probleme mit der Kreditkarte - kaum zu glauben bei Bankern -  wodurch sich der Fahrradverleih etwas schwierig gestaltete.

Während die Radfahrer auf der anderen Seite des Mersey eine wunderschöne Tour entlang der Irischen See machten, konnten die restlichen Schüler nochmal die Stadt Liverpool besichtigen. Trotz des sehr starken Gegenwindes haben alle Fahrradfahrer früher oder später ihr Ziel erreicht. Natürlich wurde zwischendurch eine kleine Rast in einem Pub gemacht, wo man sich stärken konnte. Abends stand dann das gemeinsam Essen im Red Dog Saloon an – das Essen dort war sehr lecker, ebenso wie die verschiedenen Cocktails. Nach einigen Sprachbarrieren konnte für jeden das richtige Essen gefunden werden und die hungrige Meute war froh, als es endlich auch den Weg zum Tisch fand.

Den letzten Abend haben wir unterschiedlich ausklingen lassen: Während die einen erleichtert waren, sich endlich ins Bett fallen zu lassen, genossen die anderen den letzten Abend in englandtypischen Pubs. Und während die einen das heimliche fünfte Mitglied der Beatles alias Herrn Buschke in Begleitung von Frau Lucas und Herrn Rademaker auf der Mathew Street trafen und danach in einem Pub zu „Rainingman“ den letzten Abend genossen, saßen andere von uns gemütlich in einem anderen Pub und nahmen das vorerst letzte englische Bier zu sich.

Montag war es dann soweit – Tag der Abreise – die einen waren froh, die anderen hätten noch bleiben können. Morgens um elf war Treffpunkt an der Rezeption, die sich zwei Straßen weiter befand. Also machten sich 24 Schülerinnen und Schüler mit Sack und Pack auf dem Weg um dann festzustellen, dass wahrscheinlich gar kein Platz für alle Koffer vorhanden war. Nach längerem Hin und Her mit einer Angestellten machten wir uns dann ohne Koffer auf den Weg zu den Albert Docks. Dort erwartete uns schon Freddy, eine deutsche Stadtführerin. Ihr wisst gar nicht, wie schön es war, endlich jemanden zu treffen, der ebenfalls deutsch sprechen kann. Sie zeigte und erklärte uns noch einiges zu den Albert Docks, zu den verschiedenen Museen, die sich direkt an der Mersey befinden und gab noch viele Tipps zu Liverpool. Als dann der letzte Programmpunkt beendet war, waren alle froh, sich aufwärmen zu können. Denn durch die Kälte und vor allem den eisigen Wind war den meisten sehr kalt.

Bevor es zur Rezeption und damit zum Bus Richtung Manchester ging, waren wir noch etwas essen, manche kauften dann noch Souvenirs für Familie und Freunde und einige tauschten ihre letzten Pfund wieder in Euro um. Endlich im Bus angekommen und losgefahren konnte Herr Buschke es kaum glauben – von hinten aus dem Bus drang aus einer Musikbox der Beatles-Song „Let it be“ nach vorne – Herr Buschke war sichtlich stolz, dass er geschafft hatte, uns sein Hobby und seine Begeisterung näher zu bringen und ernannte uns zu seiner Lieblingsklasse.

Der Flug zurück nach Düsseldorf verging schnell und alle waren froh, wieder heimischen Boden unter den Füßen zu haben und vor allem, dass der nächste Tag erst mal ein Feiertag war. So endete eine gelungene, gut organisierte und interessante Klassenfahrt – ein großes Dankeschön an Herrn Buschke, Herrn Rademaker und Frau Lucas. Und seien Sie bitte und nicht böse, wenn vielleicht einige das Wort „Beatles“ nicht mehr hören können. Es war trotzdem sehr schön, einen Einblick in eine andere Kultur und ein wenig Musikgeschichte erhalten zu haben.

Von Mandy Hornung und Ricarda Hanisch

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