Auf den Spuren von Kohle und Stahl: Die GY44 zu Gast bei ThyssenKrupp

Wir, die Klasse GY44, haben gemeinsam mit unserem BWL-Lehrer Herrn Buschke am 18.05.2015 eine sehr interessante und lustige Exkursion zum Werk der ThyssenKrupp Europe Steel AG in Duisburg unternommen. Wir hatten dort die seltene Gelegenheit, einmal in das Innere eines solch großen Werkes zu schauen.

Im Besucherzentrum in Duisburg angekommen, wurden wir freundlich empfangen und erhielten zunächst in einer kurzen Einführung allgemeine Informationen über das Unternehmen und die Stahlproduktion. Erstmals wurde uns klar, was für ein riesiges Gelände dieses Werk eigentlich ist und welche spezifische Technik hinter der Stahlerzeugung steckt. Im Anschluss an die Sicherheitseinweisung erhielten wir einen alle einen schönen orangefarbenden Helm und ein Lunchpaket zur Stärkung mit auf dem Weg. Nun konnte unsere Tour endlich beginnen. In einem Bus wurden wir durch das Werk gefahren, während unsere Leiter einige interessante Details berichteten. Unter anderem fuhren wir an dem Ausbildungszentrum, wo zurzeit 800 Azubis ausgebildet werden, und am betriebseigenen Kindergarten vorbei. Wir waren alle total verwundert, weshalb zu dem Unternehmen ein Kindergarten gehört, und erfuhren dass ThyssenKrupp für die Kinder, deren Eltern im Werk arbeiten, einen kostenlosen Kindergartenplatz zur Verfügung stellt.

Kurz darauf kamen wir endlich zum Hochofen. Das Erstaunen war groß, als wir erfuhren, wie groß, und vor allem wie warm dieser ist: 1.250 Grad beträgt die Temperatur des Eisens, wenn es den Hochofen verlässt. Wir hatten sogar Glück und konnten live miterleben, wie das flüssige Metall beim Abstich den Hochofen verlässt. Zu diesem Zeitpunkt spricht man aber noch nicht von Stahl, sondern von Roheisen, da es noch einen Kohlenstoffanteil von 4 % besitzt. Im eigentlichen Stahlwerk wird das Eisen erst später zum Stahl verarbeitet, indem dort der Kohlenstoffanteil auf cirka 2 % verringert wird. Nach Verlassen des Hochofens durften wir sogar noch in die Steuerzentrale und konnten dabei zusehen, wie gerade einmal vier Menschen zwei komplette Hochöfen steuern.

Kurz darauf befanden wir uns dann auch schon wieder im Bus, um eine Hafenrundfahrt zu unternehmen.  Wir sind an gigantischen Bergen von Eisenerz und Kohle vorbei gefahren, die eine Masse von etlichen 1.000 Tonnen hatten. Dort lernten wir auch, dass eines der größten Transportschiffe aus Brasilien einmal im Monat 354.000 Tonnen Eisenerz nach Rotterdam befördert, von wo es dann mit kleinen Schiffen, den sogenannten Leichtern, über den Rhein bis zum Werk nach Duisburg gebracht wird. Nach unserer Hafenrundfahrt besichtigten wir anschließend das Warmwalzwerk. Dort werden die frisch gegossenen Stahlbrammen noch im glühend heißen Zustand zu Millimeter dünnen Blechen gewalzt. Dabei schießen sie mit bis zu 70 km/h die Warmbandstraße entlang. Nachdem wir dieses eindrucksvolle Spektakel gesehen hatten, mussten wir das Werk wieder in Richtung Moers verlassen.

Wir sind der Meinung, dass es definitiv ein äußerst lustiger, aber auch sehr interessanter Tag war. Man erhält nicht oft die Chance, so ein großes Werk einmal von innen zu sehen und hautnah bei der Produktion dabei zu sein.

 

Niklas Prophet, GY44

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