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Argumentationstraining gegen Stammtischparolen von Prof. Dr. Hufer - Vortrag am Projekttag Di., 28.08.2018

Im Rahmen einer schulinternen Fortbildungsmaßnahme stellte Professor Dr. Hufer von der Universität Duisburg-Essen dem Kollegium des Mercator Berufskolleg sein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen vor, um Anregungen für die pädagogische Arbeit in und außerhalb der Schule zu geben….

Wem sind sie nicht schon einmal begegnet? Lautstarke Sprüche wie: „Bald sind wir nicht mehr Herr im eigenen Land“ oder „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg und sind kriminell“. Populismus und Nationalismus sind ein internationaler Trend, dem Professor Hufer ein Argumentationstraining gegen Stimmtischparolen entgegen setzen möchte. In einem interaktiven Vortrag erläuterte und trainierte er mit den interessierten Pädagogen den Umgang mit populistischen Parolen. Das Mercator Berufskolleg hat seit zwei Jahrzehnten in diesem Zusammenhang in seinem Schulprogramm folgendes Ziel fest verankert: „Unsere Schule ist human und solidarisch. Ein gutes Betriebsklima in den Klassen und im Kollegium ist dafür eine entscheidende Voraussetzung.“ Dementsprechend wird diese Basis für guten Unterricht fächer- und bildungsgangübergreifend durch Fortbildungen und Vorträge gepflegt.

Professor Hufer empfiehlt einen klaren Umgang mit Populismus: „Zeigen Sie Zivilcourage und hören Sie nicht weg, um Gruppen bezogener Menschenfeindlichkeit entgegen zu treten“. „Suchen Sie in größeren Gesprächsrunden nach Verbündeten. Grenzen Sie nicht aus, versuchen Sie, je nach Thema, eine Brücke zu bauen. Lehnen Sie Menschen nicht komplett ab, aber distanzieren Sie sich klar von populistischen Meinungen voller undifferenzierter Vorurteile“, fordert Professor Hufer. Außerdem stärkt er den Lehrerinnen und Lehrern den Rücken: „Unterschätzen Sie nicht den Respekt, welchen Schülerinnen und Schüler vor Ihnen und Ihrer Vorbildfunktion haben.“ Aber er redet nicht nur, sondern lebt seine Empfehlungen vorbildlich vor. Der international tätige Professor lässt sich von Anfeindungen nicht einschüchtern und hat beispielsweise bereits mehrere Vorträge unter Polizeischutz durchgeführt.

Das Thema bleibt ständig aktuell, wie zuletzt im Sommer bei der MeTwo-Debatte auf Twitter im Zusammenhang mit dem ehemaligen Fußballnationalspieler Mezut Özil oder in den letzten Tagen bei den gewalttätigen Ausschreitungen in Chemnitz. Professor Hufer verweist auf die Studie „Die enthemmte Mitte“ von 2016, wodurch verdeutlicht wurde, dass Populismus bezüglich Gruppen bezogener Menschenfeindlichkeit immer mehr die Mitte unserer Gesellschaft erreicht. Er appelliert an jeden, sich im Sinne einer individuellen demokratischen Verantwortung dagegen einzusetzen und schließt mit einem Zitat des Politikphilosophen Oskar Neigt: „Demokratie ist die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss, immer wieder, tagtäglich und bis ins hohe Alter hinein.“

In diesem Sinne bedanken wir uns herzlich bei Prof. Dr. Hufer für seine wertvollen Gedankenanstöße und Strategien im alltäglichen Umgang mit verachtenden Anfeindungen jeglicher Art.

Bericht: Torsten Jansen OStR

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